Es war einmal ein junge Frau. Sie saß an den Treppen einer großen Kirche. Ohne dass sie es wusste, hatte sie sich unter ein großes Portal gesetzt. Das Portal der großen Propheten und Gelehrten. Während die Frau dort saß, nicht ahnend, dass die Propheten ihre Worte genau hörten, erzählte sie einem Mann ein Geheminis.

Die Frau weinte, denn ihr Leid war groß, denn sie trug viele solcher Geheimnisse mit sich. Es wurde Nacht und der Mann und die Frau gingen Heim und legten sich schlafen. Am nächsten Morgen hatten beide das Geheimnis vergessen. Der Mann konnte sich nur an diesen besonderen Moment erinnern, der die Frau umgeben hatte. Er hatte in ihr eine Weise erkannt. Die Frau allerdings konnte sich nicht mehr an ihre Worte erinnern. Sie spürte nur, dass sich etwas in ihr verändert hatte.

Die Propheten und Gelehrten aber hatten die Worte der Frau noch genau in Erinnerung. An dem Abend erzählten sie allen Engeln und Erzengeln davon. „Behütet diese Frau. Sie wird uns eines Tages einen großen Dienst erweisen.“

Ein Jahr später kam die Frau zum Portal zurück. Sie wollte sich an das große Geheimnis erinnern, das in jener Nacht durch ihre Worte in die Welt gekommen war. Also fragte sie die Propheten: „Große Meister, was habt ihr in jener Nacht gehört?“ Doch die Propheten und Gelehrten blieben stumm.

Wenn ein Geheimnis in die Welt kommt, dann ist es meistens stumm. Nur selten finden Geheimnisse Wort und Stimme. Man muss dann gut zuhören, aber noch mehr als das muss man wissen, dass auch andere zuhören. Deswegen sprechen die Engel und Propheten häufig des Nachts und zu den Einsamen. Geheimnisse werden nicht und können nicht weiter erzählt werden. Sie wirken im Stillen. Wie die Engel, die von dort an die Frau begleiteten.

Was war das Geheimnis, das die Frau dem Mann erzählte? Es war das Geheimnis der Schöpfung.